Die Ausstellung evergreeen erzählt von einer Spurensuche in der japanischen Präfektur Okinawa – 333 Jahre nachdem Engelbert Kaempfer nach Japan gereist ist. Eine Spurensuche, bei der die Künstlerin Anna Grebner ihren Blick auf die Pflanzen, Blumen und deren Geschichten in und um Okinawa und seinen Inseln richtet.
Engelbert Kaempfer ( *1651, Lemgo) war nachweislich nie auf Okinawa, da das Insel-Königreich zu seiner Zeit noch nicht zu Japan gehörte. Mit seinem umfangreichen Werk, u.a. zur Flora Japans, werden in der Ausstellung zeitgenössische Blumen- und Pflanzenzeichnungen Anna Grebners in Beziehung gesetzt. Diese sind in Okinawa 2023/24 entstanden.
Der Titel „evergreeen / EVERGR333N“ bezieht sich auf die nostalgische Rückbesinnung, in Anlehnung an eine nicht all zu entfernte Vergangenheit, in der Pflanzen in ihrer Heilkraft aber auch in ihrer visuelle Bedeutung einen weit aus größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft hatten als heute. Das Wort „evergreen“ (Engl. für „immergrün“) verweist aber auch auf die immer grüne Flora der subtropischen Inseln Okinawas.
Von den 25 entstandenen Blumen- und Pflanzenzeichnungen wird eine Auswahl gezeigt. Hauptfokus hierbei ist u.a.: der direkte Bezug auf Arbeiten und Parallelen zu Engelbert Kaempfer, Blumen und Pflanzen, die Besonderheiten für und auf Okinawa besitzen, und Pflanzen, die in Verbindung mit Japan und Deutschland gebracht werden können.
Während der Zeit in Okinawa waren es vor allem die Menschen, die der Künstlerin Blumen und Pflanzen durch ganz individuelle Anekdoten und Geschichten näher gebracht haben. Daher präsentieren in der Ausstellung, neben der aus München stammenden Künstlerin Anna Grebner, auch vier japanische Künstlerinnen aus Okinawa ihre Arbeiten: Chie Kyan, Kanako Motomura, Mari Nerome und Lamperouge Sakamoto.
Damit wird ein internationaler Dialog eröffnet, in in welchem dazu eingeladen wird, sich mit der Flora, den Farben und Formen Okinawas treiben zu lassen.
„evergreeen“ ist eine Ausstellung der Engelbert-Kaempfer-Gesellschaft Lemgo.
Im Begleitprogramm der Sonderausstellung werden Workshops, offene Führungen sowie Angebote für Kitas und Schulen angeboten.
Eröffnung
Sonntag, 25. Januar um 15 Uhr
Workshop: Japan entdecken – Sprache, Kultur und Naturvorstellungen
Samstag, 07. Februar & 15. März, 14-15:30 Uhr
Mit Nanasa Shimura
Die Veranstaltung mit Workshop-Elementen bietet einen einführenden Zugang zu japanischer Sprache, Kultur und Wahrnehmung. Ausgangspunkt ist ähnlich wie bei der Ausstellung Engelbert Kaempfer, der im 17. Jahrhundert als früher europäischer Beobachter Japans wirkte.
Das Angebot richtet sich an Erwachsene und verbindet kurze kulturhistorische Einordnungen mit Einblicken in die japanische Sprache sowie mit Bezügen zur Wahrnehmung von Natur und Gestaltung in der Gegenwart.
Ziel ist es, grundlegende Zugänge zu eröffnen und Interesse für japanische Denk- und Sichtweisen zu wecken.
Das Format ist bewusst niedrigschwellig angelegt. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Kosten: 10€ | Anmeldung über die VHS Detmold-Lemgo
Offenes Angebot: Pflanzen drucken!
Samstag, 21. Februar, 13-16 Uhr
Zu diesem offenen Angebot kann einfach dazukommen, wer Lust dazu hat, etwas Neues auszuprobieren. Mit verschiedenen einfachen Drucktechniken und inspiriert von der Ausstellung widmen wir uns ebenfalls der Darstellung von Pflanzen und Blättern.
Ab 13 Uhr und bis 16 Uhr können Sie zu einer beliebigen Uhrzeit dazukommen und so lange mitmachen, wie Sie möchten.
Ohne Anmeldung | Kostenfrei | Für Kinder ab 5 Jahren (in Begleitung), Jugendliche und Erwachsene
Öffentliche Führung
Sonntag, 01. März um 14 Uhr
Stadtführer Werner Kuloge führt durch das Hexenbürgermeisterhaus. Besonders wird dabei der Blick auf die Dauerausstellung mit ihrem Teil zu Engelbert Kaempfer und die Sonderausstellung „evergreeen“ gerichtet.
Eine Anmeldung ist nicht notwendig | Kosten: 3 € (Kinder unter 14 Jahre 1 €)
Workshop: Einstieg ins Ikebana – Die japanische Kunst des Blumenanrichtens
Samstag, 07. März 2026, 15-17 Uhr
mit Anneliese Streit (Ikebana-Meisterin)
Ikebana ist mehr als ein Blumenstecken. Nicht die Fülle ist wichtig, sondern die Schönheit der einzelnen Blüte, die elegante Linie der Zweige und die Eigenart der Blätter. Pflanzen und Blumen werden nicht einfach gesteckt oder in die Vase gestellt, sondern nach ästhetischen Prinzipien arrangiert.
Der Vorgang des Arrangierens selbst führt zu einer meditativen Auseinandersetzung mit der Natur, die Ausdauer und Geduld erfordert und den ganzen Menschen erfasst. In der Ruhe und Stille der Ikebana-Anordnung findet der Gestalter zur inneren Harmonie.
Grundlage dieser Ikebana-Seminare ist die Ohara-Schule, die von Unshin Ohara (1861-1916) gegründet wurde.
Kosten (teilw. inkl. Material): 24 € | Anmeldung über die VHS Detmold-Lemgo
Workshop für Jugendliche: Wie denkt Japan? Sprache, Kultur und Natur entdecken
08. März, 14-15:30 Uhr
Mit Nanasa Shimura
Das Workshopformat bietet einen spannenden Einstieg in japanische Sprache, Kultur und Denkweisen. Ausgangspunkt ist Engelbert Kaempfer, der im 17. Jahrhundert nach Japan reiste und seine Beobachtungen festhielt.
Gemeinsam nähern wir uns grundlegenden Aspekten der japanischen Sprache, betrachten kulturelle Unterschiede in der Wahrnehmung von Natur und Umwelt und werfen einen Blick darauf, wie diese heute künstlerisch wahrgenommen und dargestellt werden. Dabei stehen Entdecken, Mitdenken und Ausprobieren im Vordergrund.
Das Angebot richtet sich an Jugendliche von 12 bis 18 Jahren, die neugierig auf Japan sind und neue kulturelle Perspektiven kennenlernen möchten.
Keine Vorkenntnisse erforderlich.
Kosten: 8€ | Anmeldung über die VHS Detmold-Lemgo
Buchbare Angebote für Gruppen
Kitas
Kitagruppen mit Kindern ab fünf Jahren können sich auf ganz besondere Weise den verschiedenen Themen der Sonder- und Dauerausstellung nähern und herausfinden, wie man früher gereist ist, was Engelbert und Anna auf Ihren Reisen alles erlebt haben und vor allem: Ob die japanische Riesenkrabbe wirklich so groß ist, wie ihr Name verspricht. Anhand von kindgerechten Geschichten und Objekten tauchen die Kinder in die Geschichte ein und fertigen am Ende ihre eigene kleine „Riesenkrabbe“ an.
Dauer: 60 Min. | Max. Gruppengröße: 15 Kinder | Kosten: 50€ (für Lemgoer Einrichtungen kostenfrei) | Anmeldung: museen@lemgo.de / 05261 213-276
Grundschulen
Grundschulklassen und OGS-Gruppen können mit der Dauer- und Sonderausstellung in die Geschichte Lemgos und Japans eintauchen. Die Kinder erfahren anhand von ausgewählten Objekten, wie das Reisen früher war, welche Tiere und Pflanzen Engelbert so gefunden hat und wie eine echte Riesenkrabbe aussieht. Daran anknüpfend erforschen, beobachten und dokumentieren sie auf kreative Art unter Nutzung verschiedener künstlerischer Techniken Pflanzen und können am Ende ihr eigenes „Forschungstagebuch“ mit nach Hause nehmen.
Das Angebot eignet sich besonders für Anknüpfungen im Kunst- und Sachunterricht. Wichtige Kompetenzen werden erlernt und erprobt, unter anderem wird das Geschichtsbewusstsein gefördert.
Dauer: 90 Min. | Max. Gruppengröße: 25 Kinder (Bei größeren Gruppen sprechen Sie die Gruppengröße bitte bei der Anmeldung an!) | Kosten: 75€ (für Lemgoer Einrichtungen kostenfrei) | Anmeldung: museen@lemgo.de / 05261 213-276
Weiterführende Schulen und sonstige Gruppen
In der Führung nähern sich die Teilnehmenden dem Forschungsreisenden Engelbert Kaempfer anhand von Objekten und (Lemgoer) Orten. Besonders sein Aufenthalt in Japan und sein Wirken als einer der ersten europäischen Beobachtenden des Landes wird in den Blick genommen. Außerdem kommt durch das gemeinsame Erschließen der Sonderausstellung eine künstlerische Perspektive hinzu.
Das Angebot eignet sich für Anknüpfungen im Geschichts- und Kunstunterricht.
Dauer: 60/90 Min. | Kosten: 50€ (für Lemgoer Einrichtungen kostenfrei) | Anmeldung: museen@lemgo.de / 05261 213-276